in

Minderjährigkeit während der Ausbildung

Das ist anders, wenn du noch nicht 18 bist

Der Jugendschutz

Du hast gerade einen Haupt- oder Realschulabschluss gemacht und möchtest jetzt eine Ausbildung machen, bist aber noch gar nicht volljährig? Kein Problem! Im Gegenteil, in vielen Hinsichten entstehen dadurch sogar Vorteile für dich. Minderjährige sind offiziell noch nicht voll geschäftsfähig und stehen somit noch unter Jugendschutz. Deshalb sind bestimmte Dinge in puncto Berufswahl, Ausbildungsvertrag, Arbeitszeit, etc. durch das Jugendarbeitsschutzgesetz (JarbSchG) anders geregelt als bei volljährigen Auszubildenden. Welche Regelungen in diesem Fall in Kraft treten, erfährst du jetzt.

Die Berufswahl

Als Minderjährige/r darfst du keine Ausbildung in einem nicht-anerkannten Ausbildungsberuf machen. Diese Ausbildungsberufe werden meistens deshalb nicht anerkannt, weil sie entweder sehr neu oder sehr alt sind und die Ausbildungsordnung noch nicht oder nicht mehr anerkannt wird. Manche anerkannte Berufe kannst du auch erst lernen, wenn du schon 18 bist. Du solltest dich also schon im Vorfeld darüber informieren, ob das auf deine Wunschausbildung zutrifft.

Der Ausbildungsvertrag

Hast du eine Ausbildung gefunden und möchtest jetzt deinen Arbeitsvertrag unterschreiben, kannst du das als Minderjährige/r leider nicht alleine tun. Deine Eltern bzw. deine Erziehungsberechtigten müssen ihn ebenfalls unterschreiben, da der Vertrag sonst nicht gültig ist. Auch im Falle einer Kündigung müssen dies deine Eltern übernehmen.

Übrigens darfst du deine Ausbildung auch nicht ohne einen Nachweis über eine ärztliche Untersuchung (Erstuntersuchung) antreten. Diese darf nicht mehr als 14 Monate zurückliegen, außerdem hast du freie Arztwahl. Bist du nach Ende des 1. Ausbildungsjahres immer noch nicht volljährig, muss dich dein Betrieb darauf hinweisen, dass du noch eine Zweituntersuchung machen musst.

Deine Tätigkeiten

Während deiner Aufgaben darf deine psychische und physische Leistungsfähigkeit nicht überschritten werden. Außerdem ist der Umgang mit Gefahrenstoffen verboten, solange es kein grundlegender Teil der Ausbildung ist und du beaufsichtigt wirst. Dein Ausbildungsbetrieb muss allerdings so oder so eine Gefahrenunterweisung durchführen und dir einen entsprechenden Nachweis aushändigen.

Die Arbeitszeiten

Wenn du unter 18 Jahre alt bist, darfst du maximal 40 Stunden pro Woche und nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr arbeiten. Die einzige Ausnahme entsteht, wenn du mindestens 16 Jahre alt bist und dein Betrieb im Schichtdienst arbeitet, dann darfst du bis 23 Uhr arbeiten. Arbeit am Sonntag ist verboten, an Samstagen darfst du nur bei offenen Verkaufsstellen, im Marktverkehr und in Kfz-Reparaturwerkstätten arbeiten. Trotzdem musst du auch in diesem Fall mindestens 2 Samstage pro Monat frei haben und einen berufsschulfreien Ausgleichstag für deine Samstagsarbeit in Anspruch nehmen. Hast du wöchentlich Berufsschule, darfst du nach 5 Unterrichtsstunden á 45 Minuten nicht mehr zur Arbeit gehen. Beim Blockunterricht mit 25 Unterrichtsstunden darf auch nicht mehr gearbeitet werden.

Auch deine Pausen werden gesondert geregelt. Arbeitest du 4,5 Stunden am Stück, steht dir eine Pause von 15 Minuten zu. Zwischen 4,5 und 6 Stunden sind es 30 Minuten, bei mehr als 6 Stunden sogar 60 Minuten. Deine Pause darfst du frühestens eine Stunde nach Arbeitsbeginn und spätestens eine Stunde vor Arbeitsende machen. Auch dein Urlaubsanspruch wird durch deine Minderjährigkeit beeinflusst. Bist du 15 Jahre alt, darfst du dir 30 Werktage nehmen, bist du 16 Jahre alt, hast du einen Anspruch auf 27 Tage und mit 17 Jahren auf 25 Werktage.

Natalie

Geschrieben von Natalie

Dein Ausbildungsvertrag

Raumausstatter/in